Durch den wachsenden Wettbewerb um qualifizierte Bewerber und deren hohe Erwartungen an den Arbeitgeber wird es für Recruiter zunehmend wichtiger, dass Bewerber das Auswahlverfahren nicht nur akzeptieren sondern auch wertschätzen. Aber wie kann dieses Ziel erreicht werden – besonders bei Online-Assessments?

Nach Schuler et al. (2007) erhalten herkömmliche Intelligenz- und Persönlichkeitstests im Gegensatz zu Arbeitsproben, ACs und Interviews nur einen mittelmäßigen Akzeptanzwert. Moderne Online-Assessments gehen jedoch über die Konzepte dieser Testverfahren hinaus und steigern durch ihren vielfältigen Mehrwert die Akzeptanz. Die folgenden fünf Faktoren sind hierbei entscheidend:

  • Durchgängiges Employer Branding: Gut gemachte Online-Assessments lassen sich im Design perfekt in die bestehende Karriereseite einbinden und erhalten das durchgängige Employer Branding. So wird dem Bewerber ein glaubhaftes und wiedererkennbares Unternehmensimage vermittelt, das sich im Arbeitsmarkt von anderen Unternehmen differenziert.
  • Informiertheit: Zum einen sollte dem Bewerber erklärt werden, in welchem Abschnitt des Bewerbungsprozesses das Online-Assessment eingesetzt und welches Ziel damit verfolgt wird. Zum anderen sollten die Aufgaben einen klaren Bezug zur zukünftigen Tätigkeit haben, um den Bewerber über deren Anforderungen zu informieren. Dazu können z.B. berufsspezifische Szenarien oder Video-Statements verwendet werden.
  • Usability: Im Vergleich zu Paper & Pencil Tests haben Online-Assessments einen höheren praktischen Nutzen, da der Kandidat die Aufgaben orts- und zeitunabhängig durchführen kann. Um den Einstieg in die Aufgaben so leicht wie möglich zu gestalten, wird die Einbindung einer Einleitungsseite mit Übungsaufgabe empfohlen. Auch ist eine möglichst einfache und übersichtliche Navigation entscheidend, damit sich der Bewerber schnell zurechtfindet und der Aufwand so gering wie möglich gehalten wird.
  • Joy of Use: Um sich von den konkurrierenden Unternehmen abzuheben, kann der „Joy of Use“ ausschlaggebend sein. Dieser bezeichnet die Freude eines Bewerbers bei der Bearbeitung der Aufgaben, indem z.B. ein abwechslungsreiches Benutzererlebnis mit unterschiedlichen Frageformaten oder interaktiven Elementen geboten wird. Wird das gesamte Online-Assessment nach den Aspekten des Recrutainments umgesetzt, so fördert die enthaltende Story die Aufmerksamkeit und Konzentration des Kandidaten erheblich.
  • Transparenz: Für Bewerber spielen transparente Bewertungsregeln eine wichtige Rolle, um die eigenen Testergebnisse nachvollziehen zu können. Da Online-Assessments nach zuvor definierten Kriterien auswerten werden, ist ein valideres und objektiveres Testergebnis gegeben. Dieses sollte mit dem Bewerber besprochen werden, damit er ein Feedback über seine Leistung erhält.
Insgesamt gestaltet sich der Bewerbungsprozess durch ein Online-Assessment transparenter, flexibler und interessanter. Die genannten Eigenschaften fördern die Akzeptanz der Bewerber in hohem Maße und erwecken bei ihnen eine „desirability“, also Begehrtheit, die wesentlich zur Bewerberloyalität beiträgt und die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Stellenbesetzung steigert.